MANGO e.V.

Guinea

Bei der Entlassung in die Unabhängigkeit durch die Kolonialmacht Frankreich 1958 gab es im Land 26 Krankenhäuser und 70 Ambulatorien. Nach dem Tod des Diktators Sekou Toure 1984 zählte Guinea 27 Krankenhäuser und 71 Ambulatorien. Außerdem konnten 80 % der Bevölkerung diese Einrichtungen nicht erreichen. Operationen, so sie gemacht werden können, sind für die Menschen dort unerschwinglich.

Dr. A. Barry

Dr. A. Barry kam 1966 von Guinea nach Deutschland, um hier Medizin zu studieren. Während seines Studiums spitzte sich die politische Situation in seiner Heimat derart zu, dass er nicht mehr nach Hause zurückkehren konnte, ohne befürchten zu müssen, von dem dort herrschenden Diktator ermordet zu werden. So etablierte er sich in Deutschland und praktizierte viele Jahre in Frankfurt/Höchst als Chirurg in eigener Praxis.
.
Nach 18 Jahren in Deutschland konnte Dr. Barry Guinea wieder besuchen. Es stammt aus Koolo-Hinde, einem Dorf im Bezirk Dogomet, 2 Stunden vom nächsten Krankenhaus in Dabola entfernt.

Zunächst versuchte er mit den örtlichen Behörenden die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung zu verbessern. Dies misslang. Dr. Barry und seine Freunde, vor allem aus Bad Homburg und Frankfurt, unterstützten zuerst den Bau einer Schule und eines Ambulatoriums, ein Centre de Sante, in seinem Heimatdorf.

Dr. med. B. A. Barry

Dr Barry

Dr. Alimou Barry führte gemeinsam mit Peter Gilbert die Praxis in Frankfurt-Höchst bis zu seinem Ruhestand Ende 2019.

Mango e.V.

1995 wurde der Verein Mango e.V. gegründet, um die medizinische Zusammenarbeit besser zu organisieren. Ziel ist es, auf dem besonders unterversorgten Land in diesem Centre de Sante Operationen durchzuführen, die sonst nicht machbar wären. Dazu reisen regelmäßig OP-Teams für 3 Wochen nach Koolo Hinde. Das örtliche Personal im Dorf wird integriert, einheimische Ärzte, meist aus der Hauptstadt, ausgebildet. Die Hebammen bekommen eine besondere Schulung in der Betreuung von Schwangeren.

Seit 2002 verfügt Mango über ein eigenes Operationszentrum mit einem Patientenhaus. Operiert werden Eingeweidebrüche (Hernien), vergrößerte Schilddrüsen, große Tumore, Missbildungen bei Kindern, Unfälle und gynäkologische Erkrankungen. Geburtsschäden an jungen Frauen mit Fistelbildungen zwischen Blase und Scheide sind weit verbreitet. Die Versorgung der „Fistelfrauen“ und der Kinder hat bei den Einsätzen Priorität. Wir bieten die Möglichkeit während unserer Zeit Kaiserschnitte durchzuführen.

Mango führt durchschnittlich 120-150 Operationen in Koolo Hinde im Jahr durch. Das entspricht etwa der Jahresleistung des einzigen Krankenhauses der Region Dabola. Auch ohne Labor und Röntgen lassen sich dort auf hohem Niveau komplizierte Eingriffe durchführen, die ansonsten nur in der Hauptstadt möglich wären. Wir betreiben 2 OP-Säle, ausgestattet für Operationen in Vollnarkose oder in rückenmarksnaher Anästhesie.

Bailo Barry

Nach über 10-jährigem aktivem Einsatz für den Verein ist die Zeit auch an seinen Mitgliedern nicht spurlos vorüber gegangen. Familien wurden gegründet, Kinder geboren, berufliche Veränderungen vollzogen. Der Gründer des Vereins Dr. Alimou Barry gab den Vereinsvorsitz an Bailo Barry ab. Insbesondere durch sein Engagement entwickelte der Verein sich zu dem, was er heute ist.

Die Zukunft

Durch den Einsatz 2009 konnten weitere aktive Vereinsmitglieder gewonnen werden, die bereit waren, auch in Zukunft Verantwortung zu übernehmen. So wurde problemlos ein „Generationswechsel“ bei Mango vollzogen. Ein neuer Vorstand nahm erfolgreich seine Arbeit auf. Für die nähere Zukunft ist der Verein arbeitsfähig, die finanzielle Grundlage durch eine Vielzahl von regelmäßigen Spendern gesichert und die Organisation der Einsätze erfolgt routiniert. Mango kann auf ein großes Team von Medizinern zurückgreifen, die sich an einem Einsatz beteiligen wollen.

Es mangelt auch nicht an Arbeit und Ideen und wir freuen uns über weitere Unterstützung. Die Vereinsarbeit während des Jahres ist darauf ausgerichtet, die benötigten Spenden zu sammeln und die Einsätze vor- und nachzubereiten. Alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. 98% der Spenden fließen direkt in das Projekt.

Wer mehr über Mango erfahren will, kann sich an folgende Adresse wenden: Mango e.V. c/o Andreas Schulze, Immeweg 5 ½, 87509 Immenstadt. Von dort erhält man zusätzliches Info-Material und kann auch die Konto-Nr. für Spenden erfahren. Diese und weitere Informationen, darunter viele Berichte und Bilder finden Sie natürlich auch auf der eigenen Internetseite von Mango: www.mango-ev.de.